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BL: Eine Herausforderung zum Auftakt16.04.2013
Wo liegt Wittlich? Für jemanden aus der Zone ist das kurz vor Frankreich und 700km entfernt. Die Anlage einem Sport- und Schwimmzentrum angegliedert, aber dann über Jahre aufgegeben und heruntergekommen – schließlich von Roger Graf wiederentdeckt.

Um allen Spekulationen über den Zustand und die Bespielbarkeit des Terrains entgegen zu wirken, hier einmal die nackten Tatsachen:
Die Anlage wurde mit hohem finanziellen Aufwand restauriert – auf den ersten Blick ein echter Hingucker. Leider wurde diese Maßnahme von einem Unternehmen aus dem Straßenbaubereich durchgeführt. Wie man das von unsachgemäßen Schleifversuchen erwartet, ist dabei an den Randbereichen und rund um die Löcher leider mehr abgetragen worden und leider hat man die vielen kleinen Auswaschungen auf der Bahn dabei übersehen.
Das Ergebnis: Alle Endkreise gleichen übertrieben irgendwie dem einer unebenen Bahn 8. Dazu kommen Banden, die aufgrund von Kommunikationsproblemen nagelneu sind, aber zu flach montiert wurden und rustikale Steinbanden an 12 und 17.

Im einzelnen:
Bahn 1 (75%) und 2 (60%) sind gut zu spielende Assbahnen.
Bahn 3 ist die Katastrophe aber nach Aussage des Betreibers nicht ohne erheblichen Aufwand zu verbessern, da die Marmorabdeckung verklebt wurde. Der Ball kann in jeder beliebigen Richtung in den Endkreis laufen oder aber nach dem Hindernis im Gang liegen bleiben.
Bahn 4 ist einfach und OK, Bahn 5 springt an der Bande , ist aber noch akzeptabel.
Bahn 6: Ein normaler Vorbänder. 2 Tief sollte man jetzt schon gesammelt haben, denn ab jetzt wird es haarig.
Bahn 7 hat einen kleinen Trichter und endlos viele Wasserlöcher. Der Fangzaun besteht aus einem groben Metallgitter, durch welches ein Ball auch durchfliegen kann, der ein minimal berechenbares Spiel aber völlig unmöglich macht. Quote 25%.
Bahn 8 ist würfeln: Eine kleine Chance hat man immer, aber der Endkreis ist nicht risikolos.
An Bahn 9 helfen nur schnelle Rotationsbälle – mittig rein und hoffen.
Bahn 10 (30%) und 11 (99%) sind rausspielbar.
Bahn 12 lässt viele Varianten zu, aber einzig der Doppelbänder mit Vor- und Rücklauf kann der Bahn eine Quote (40%) entlocken.
Bahn 13 ist besonders: Variante 1 ist ein Vor- Nachbänder mit schnellen Bällen: Unsteuerbar! Variante 2 ein Steinschlag mit linker Nachbande wirkt berechenbar, ist es aber nicht! Variante 3 – eine echter Walter Erlbruch: Ein Weichei mit 5 Tickern zügig gegen die Bande der ersten Kurve, Nachbande in der 2. Kurve, Kreisbande auf 2 Uhr 60 cm schräg rausstoßen und dann aus der 11 Uhr Position im Schneckentempo mit wildem Bogen ins Loch. Mike Mann hat durchgeasst - aber wer kann einen Ball so perfekt temperieren?
Bahn 14 ist ein ordentlicher Doppelbänder mit Vor- und Rücklauf (50%).
Bahn 15 eine architektonische Sensation: Ein gerundeter Metallauflauf, beidseitig abgeschlossen von einer Dicken Mauer und leider im rechten Teil hohl, nicht ordentlich angespachtelt und damit hüpfig . Im runden Durchlauf ein V um den Ball zu zentrieren. Am Ende schwerer als wohl einige dachten, aber dafür mit einer gar nicht so schlechten Ass-Quote versehen.
An Bahn 16 wieder Rotationslotto – Hardenberg mit 4 von 5 gefallenden Assen.
Bahn 17 mit ihrem geraden Durchlauf, der leider grob verspachtelt wurde – da gäbe es lustige Vor- Innenbandenvarianten - und einem Grat in der Mitte, ist nur geradeaus spielbar und extrem Tempo und Richtungsabhängig.
Vorbande an Bahn 18 schließt sich aus: Entweder springt der Ball vorne bereits oder springt im Auflauf aus der Bahn. Also gerade und das ist heutzutage nicht mehr so häufig trainiert.
Am Ende kann man realistisch als Team einen 30er Schnitt anpeilen. Viele Mannschaften haben aber für eine noch nicht erspielte Anlage zu wenig Trainingszeit investiert. Und einfach mal abgucken reicht hier nicht. Auch zur Erstellung ausreichender Puttpläne scheint es vielen an Zeit gefehlt zu haben, da wurde dann der Endkreis der 13 im Turnier geübt.

Wie stellt man sich auf so eine Anlage ein? Erst einmal mehr als die anderen trainieren – vielleicht die geheime unbekannte Variante entdecken und sich mental darauf einstellen, dass es auch nur 2 Asse in einer Runde geben kann. Aber reicht das, um sich deutlich abzusetzen?

Immerhin endlich ordentliches Minigolfwetter – wenn es zwischenzeitlich auch regnete und der Wind heftig blies. Zum Wettkampf dann Toptemperaturen bei bestem Sonnenschein. Bereits vor Turnierbeginn war eigentlich klar, dass es für die nachspielenden Herren nur zu 3 Runden reichen würde: Zu wenig Asse, zu viele diffizile Putts von außen mit den entsprechenden Fehlern und die Problem-7 als Dauerbremse (kein Pistenrichter) kosten viel Zeit.

Speziell für die Dauerdiskutierer: Ich kenne außer Tempelhof im Urzustand keine Anlage in Deutschland, die so wenig aus sich herausarbeiten lässt - einen vor so viele Probleme stellt. Aber genau das hat mal wieder richtig Spaß gemacht.

Der Turnierverlauf dann erwartungsgemäß: Kein Team kann sich wirklich absetzen, alle eng zusammen. Hardenberg mit zu hoher individual- Fehlerquote teilt den Sieg mit Mainz. Dormagen rutscht durch die 41er Passe von A. Junkermann im Schlussdurchgang doch noch auf den letzten Platz.

Bei den Damen dominiert EC-Sieger Göttingen. Den Mainzerinnen fehlt deutlich Spielpraxis. Schade für Bensheim, die einzige Damenmannschaft mit professionellem Trainingsaufwand scheitert letztendlich an den Nerven - rutscht hinter Cuxhaven auf den letzten Platz ab.

Für die Company ein erfreulicher Auftakt ins neue Jahr. Ein geteilter Sieg und damit inzwischen 7 Punkte Vorsprung auf Arheilgen nach einem unberechenbaren Spieltag. Was will man mehr.

Reisinger Bälle von der Company gespielt:

2: Piepen, Künzel
4: Arheilgen (weiß mit schwarzem Punkt)
9: Pascal Baumer-Lack
10: Fun for Kids 3
16: Pascal Baumer lack

(Un)sportlich:

Tolle Organisation und Öffentlichkeitsarbeit durch den Pächter, Roger Graf und die vielen Helfer. Ja die Zelte zum Regenschutz hätten gerne 2 Tage früher stehen können.

Wer es noch nicht weiß: Im Winter wurde beschlossen, dass jeder eine Anlage zum Wettkampf frei betreten kann. Aber wer leitet diese Leute an? Wo ist ein Schild mit den minimal Regeln für Zuschauer? Bier, Handys, spielende Kinder zwischen den Aktiven sind wohl nicht das gewünschte Ziel – oder doch?

Top-Tip für Übernachtungen: Der Winzerhof in Platten. Übernachtung für 25€ inkl. reichhaltigem Frühstück. Unbedingt den Riesling vom Sohn testen.

100m weiter beste Dorfdestillate: Vorsicht bei der Verkostung – hier wird schneller eingeschenkt, als man trinken kann.

» Ergebnisliste des 3. Spieltags ( PDF)
» Impressionen vom Spieltag
Autor: uweL.
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